Herzlich Willkommen auf dem neuen gemeinsamen BLOG des Karatedôjô Fujinaga Leipzig e.V. und des Budoverein Fujinaga Berlin e.V.!
An dieser Stelle möchten wir dem interessierten Besucher mit Beiträgen, Berichten und Bildern einen Einblick in unser Training, unsere Aktivitäten und unsere Erlebnisse gewähren. Dabei soll immer auch unser Verständnis und unser Antrieb, mit dem wir in unseren Dôjôs Karate praktizieren, zum Ausdruck kommen.
Unsere Vereine widmen sich der Pflege und Ausübung des traditionellen Shotokan-Karate, wie es von der JKA (Japan Karate Association) unter der Leitung von Masatoshi Nakayama entwickelt wurde. Insbesondere wird das Erbe der Lehrtätigkeit von Yasuyuki Fujinaga Sensei in stillem Gedenken die Vereinsmitglieder auf ihrem Weg des Karate begleiten. Er vermittelte den Gründern beider Vereine unschätzbare Anregungen und Einsichten.

Weitere Informationen finden Sie auf unseren Homepages.

Sonntag, 19. Februar 2023

Training an Wochenenden - Uni-Training

der richtige Mann für dieses T-Shirt

An Wochenenden herrscht in Sachen Sporttraining Hochbetrieb, so auch im Karate. Das ist etwas anders als bei uns. Es gibt mal ein Lehrgang am Wochenende oder ein Wettkampf. Hier verbringen die Dojos das halbe Wochenende miteinander. Am Samstag hat Nemoto Sensei über 6 Stunden Training gegeben, heute am Sonntag in der Uni waren es 3 Stunden. Dabei kamen viele ehemalige Studenten der Uni zum Training (Sempai), zudem war heute eine Auswahlmannschaft aus Tokyo da - Aoyama Daikun Universität. Es gab wie fast immer die Dreifaltigkeit des JKA-KARATE- Kihon Kata Kumite.

In Sachen Kumite ging es zur Sache - bei aller Freundlichkeit und Respekt untereinander, Kumite ist Kumite. Wie bei allen Trainingseinheiten zuvor gab es meinetwegen als Kata Training Goshoshiho Sho. Neben dem Sensei sind die Sempais immer unterwegs und geben Hinweise an die Studenten, es wird auch angefeuert und motiviert, es gibt Einzelunterweisungen,  bisweilen geht es bis zum Boden und dann noch weiter, um den Ernst der Sache zu verdeutlichen.

Überhaupt unterscheiden sich Dojo-Training und Uni-Training voneinander. Letzteres ist insbesondere auf Wettkampf und Speed ausgerichtet. Auch die Lautstärke und die deutliche Hierarchie ist gewöhnungsbedürftig. Die Sempai/Kohai-Beziehung ist enorm wichtig- das ist generell in Japan so und wird hier im Budo-Bereich sicher mit 100% ausgelebt. Als Sondergast werde ich wie ein altgedienter Sensei behandelt. Ständig schauen 2 Kohai ob es mir an etwas fehlt. Mir werden in Pausen kalte Getränke gereicht, nach dem Training begleiten Sie mich in die Umkleide, ich bekomme ein Handtuch gereicht, sobald ich den Obi oder den Dogi ausgezogen haben, werden mir selbige aus der Hand genommen und zusammengelegt. Wenn ich die Trainingsstätte verlasse, eilen alle herbei, um mich lautstark zu verabschieden.

All das heißt aber nicht, dass man im Training geschont wird, wenn schon denn schon ist das Motto. Man muss zackig unterwegs sein, ansonsten gibt es ordentliche Treffer. Aber das ist ja der Grund, warum ich mir das immer antue.

Samstag, 18. Februar 2023

Training in Narashino/Chiba

Trainieren in Japan ist der Hauptbeweggrund für meine Reisen dorthin. Früher habe ich abgesehen vom Honbu-Dojo der JKA auch Training an Universitäten und in privaten Dojos besucht. Ich habe allerdings Jahre gebraucht, um auch hier die sensiblen Regeln zu registrieren - das ist sehr schwierig, denn niemand weißt einen direkt daraufhin. Dabei meine ich nicht die alltäglichen Regeln wie z.B. das man das Dojo nicht mit Latschen betritt oder sich als Gast nicht in die erste Reihe setzt.

Man muss sich die Sensibilität faktisch erarbeiten und hoffen, dass man irgendwann erkennt, was richtig und falsch ist. Wenn man in einem privaten Dojo wirklich etwas lernen will, muss man sich entscheiden. Mein "Dojo-Hopping" von früher unterlasse ich mittlerweile. Ansonsten ist man vielleicht gern gesehen - aber eben nur ein Gast. Man wird dann im Zweifel nicht wirklich unterrichtet, sondern darf teilnehmen. Das genügt mir aber nicht. Das Problem ist wenn man diesen Gaststatus bereits hinter sich hat, dann auch in andere private Dojos zu gehen. Damit enttäuscht man dann denjenigen Sensei, der sich zuvor um einen gekümmert hat - das ist mir passiert und ich schäme mich ein wenig dafür, auch wenn die Entscheidung, die ich treffen musste, nicht autonom war.

Abgesehen vom Honbu-Dojo und etwaigen Einladungen zu einem Training woanders, liegt mein Trainingsmittelpunkt in Japan nun seit 2019 in Tsudanuma und Narashino.

In dieser Woche durfte ich wieder einmal unter Nemoto Isao Shihan trainieren. Der Sensei wird 80 Jahre dieses Jahr und hat 2 Krebsleiden überstanden. Zuletzt 2019 mit 76 Jahren war er noch von seiner Chemotherapie gezeichnet. Nunmehr über 3 Jahre später sah er gestärkt aus. Mein Eindruck wurde im Training bestärkt. Er erschien zum laufenden Uni-Training und machte sich nebenbei warm. Seine Dehnung und Beweglichkeit waren überragend. Einzelne Studenten dienten ihm dabei als Partner - er machte dann auch Randori. Ich habe das Bild bis heute noch im Kopf, wie ich in einer Pause sah, wie er mit einer eingesprungen Vorwärtsrolle Jodan Kakato Geri machte und seinen Erwärmungspartner am Schlüsselbein berührte - unglaublich.

Am Tag darauf gab er dann selbst 2,5 Stunden das Training an der Uni. Dabei wurde 2 Stunden lang ausschließlich langsam "nur" vorwärts Gedan Barai + Gyaku Tsuki im Zenkutsu Dachi, seitlich Shuto Uke im Kokutsu Dachi und dann noch Kiba Dachi geübt. Mit welcher Präsenz und Nachdruck er die korrekte Ausführung der Stellungen im Visier hatte, war beeindruckend.  Das Training bei diesem Meister lässt mich vor meinem inneren Auge jedesmal wie ein Anfänger erscheinen, obwohl ich nächstes Jahr mein 40jähriges Karate-jubiläum ansteuere. Dieses eine Training gibt mir zumindest 1 Jahr Stoff für mein eigenes Training - so soll es sein.

Die letzten 30 Minuten Kihon und Jiyu Ippon Kumite waren dann fast schon eine "Erholung". Ganbatte kudasai.


Vater und sein jüngster Sohn

Wiedermal Nihon - heute Sado

Nach über 3 Jahren habe ich den Weg zurück nach Japan gefunden - schon Wochen vorher habe ich mich gefreut wie ein kleines Kind.

Da ich privat wohne und in den Alltag eingebunden bin, werde ich aus Höflichkeitsgründen nur selten einen Blog schreiben. Ich berichte heute von einem anderen "Do" - von denen es ja viele in Japan gibt und die, wie etwa alle geneigten Karateka wissen, das Leben in Japan prägen. 

Sa-Do ist eine Teezeremonie. Es war eine Teemeisterin (Sensei), 2 Schülerinnen (Kohai) und 3 Gäste anwesend. Zunächst wurde das Thema erläutert - Haru (Frühling) - im Laufe der Teezeremonie sollten sich bestenfalls Frühlingsgefühle einstellen. Dazu gab eine Schriftrolle mit einer Kalligrafie an der Wand sowie eine einzelne Blüte.

Schon das "Betreten" des Raumes mit Tatami war ein Akt. Seiza, Verbeugen, auf Knien mit den Handrückseiten auf dem Boden bis zur nächsten Tatami verrutschen, nochmal verbeugen und dann neben einem im Boden eingelassenen Loch mit einem gußeisernen Kessel im Seiza Platz nehmen. Was dann passierte sprengte meinen bisherigen Vorstellungsrahmen an Präzision - obwohl ich dazu schon einiges in Japan erleben durfte.


Unter permanenter Korrektur durch den Sensei führten die beiden Schülerinnen für alle 3 Gäste separat die Zeremonie aus. Es dauerte etwa 1 Stunde und insgesamt habe ich 3 Schluck Tee getrunken - also wie gewohnt in Japan - der Weg ist das Ziel. Das eigentliche Thema Tee trinken trat in den Hintergrund und alle noch so kleinen Nebensächlichkeiten waren sehr bedeutend.

Die Schrittfolge, die Körperhaltung, die Ablage und Stellung der Utensilien, das Reinigen der Utensilien, das Einlegen einer speziellen Eichenholzkohle für das Erwärmen des Teewassers, das Überreichen des Teebechers .....

Der Becher hatte eine Shomen-Seite - der Gast musste dann das Shomen der Tasse mit spezieller Handhaltung zu sich Drehen, dazu etwas aufsagen, eine festgelegte Schluckfolge absolvieren und den leeren Becher nach dem Abstellen wie mit Shomen in den Raum hinein Drehen. Wegen der langen Zeit und der enormen Präzision jeder Bewegung und Handlung kommt man auch wegen der Taubheit des Unterkörpers in eine Zen-ähnliche Stimmung. Wer zu Japan keine Beziehung hat oder aber sich nicht darauf einlassen möchte, sollte an derartigen Dingen nicht teilnehmen.



Überraschend für mich selber konnte ich auf die Nachfrage der Teemeisterin eine Antwort geben, die zu einer schönen Stimmung führte. Ob ich denn den Frühling hätte spüren können?  Es waren etwa 2-3 Grad draussen aber es schien die Sonne. Ich antworte mit Ja, da ich beim Teetrinken die Schatten der Blätter, die sich wegen des starken


Sonnenscheins an der gegenüberliegenden Wand abbildeten, mit dem kommenden Frühling assoziiert habe. Die Teemeisterin war gelinde gesagt freudig überrascht von meiner Assoziation und sagte, ich sei ja japanischer als viele Japaner - mehr Lob geht nicht - ich bin bereit für die kommenden 2 Wochen.

Freitag, 2. Dezember 2022

Abschluss JKA-Training 2022 in den Niederlanden

In der Niederlande fand in Beek das 10. JKA Memorial Gasshuku für Peter Wewengkang statt. 400 Teilnehmer aus 9 Ländern war vor Ort um bei Sawada, Okuma, Nemoto, Kurihara und Shimizu Sensei zu trainieren. Eine gelungene Veranstaltung mit guter Stimmung


Von meinen zahlreichen Lehrgängen dieses Jahr wurden 7 durch JKA-Honbu-Instruktoren geleitet. Wenn man mehrere Lehrgänge besucht, wird ein "roter Faden" erkennbar. Ganz offensichtlich setzt die JKA für die weltweite Lehrtätigkeit Schwerpunktthemen.

Kernthema 2022 war der richtige und deutliche Einsatz der Hüfte und der Beine im Karate.

Für mich ein Volltreffer, weil ich diese Thematik seit geraumer Zeit als meine eigene Baustelle betrachte und in den Trainingsstunden, die ich selber gebe, schwerpunktmäßig unterrichte.

Das nichtjapanische Karate leidet unter dem übermäßigen Gebrauch des Oberkörpers bei der Ausführung der Techniken unter Vernachlässigung des Unterkörpers.

Zuviel Muskelspannung bei der Ausführung, unzureichende Entspannung zwischen den Techniken, unnötige kraftbetonte Vorbereitungsbewegungen, zu langes Kime einerseits. Verkümmerte Hüftbewegungen, Spannungsverlust im Standbein, zu geringe Amplituden bei Vor- und Rückwärtsbewegungen insbesondere bei Yori-Ashi andererseits.

Das insoweit richtige Ausführen der Kata als Vorübung für die freie Bewegung im Kumite ist enorm wichtig. Ältere Instruktoren sind hier oft nachsichtig und geben ohne Groll immer wieder die gleichen Hinweise. Bei den jüngeren Instruktoren sehe ich mittlerweile eine andere Gangart. Hier wird mitunter deutlich auf falsche Ausführungen hingewiesen und nicht alles belächelt. Kurihara Sensei etwa führte 2 Varianten grundlegenden Bewegung vor, wobei beide mangelhaft warten, und fragte die Trainierenden , welche die Richtige sei. Eine große Anzahl positionierte sich für eine Variante und der Sensei war sehr verärgert.

Man muss sein Auge schulen, genau hinschauen und kopieren. Anders als in der Schule und der Uni ist hier Abgucken die beste (zulässige) Lernmethode. Wenn dies in der Masse nicht angenommen wird, verärgert das die Instruktoren zu Recht. Wieso den langen Weg und die Mühe auf sich nehmen, wenn nur Wenige die Ratschläge annehmen. Ich fahre zu vielen Lehrgängen und oft werden bestimmte Dinge jedes Jahr wieder vertieft, weil es keinen erkennbaren Fortschritt gibt, obwohl insbesondere im Schwarzgürtelbereich der Teilnehmerkreis recht homogen ist.

Nemoto Seisei etwa hat beim Training der Kata Jitte schwerpunkmäßig darauf hingewiesen und mehrmals demonstriert, dass die Techniken der Kata recht simpel sind und es deshalb umso mehr darauf ankommt, die grundlegenden Dinge richtig zu machen - exemplarisch die 4 Age Uke (21.-24. Bewegung) - der Age Uke Block startet jeweils von der Hikite-Position an der Hüfte. Abschließend wurde die Kata 2x in jeweils der Gruppe ohne Kommando praktiziert. Gefühlte 2/3 der Teilnehmenden der beiden Gruppen ab 3. Dan, die ich dann sehen konnte (musste), führten unsaubere Age Uke aus, vor allem indem der Unterarm vor den Bauch geführt wird und dann horizontal nach oben gehoben wird. Schade ....


Kanku Dai (Kurihara), Bassai Sho (Okuma) und Bassai Dai sowie Jitte (Nemoto) waren die Schwerpunkt-Kata in meiner Trainingsgruppe. Jeder Instruktor demonstrierte deutlichen Raumgewinn bei den Bewegungen in der Kata und jede Bewegung hat seine spezifische Rotation oder Vibration im Hüftbereich. Sofern es Variationen gibt, etwa 3. und 4. Bewegung in Kanku Dai (Ausführung mit Gyaku-Kaiten als auch Jun-Kaiten möglich), soll aber nicht gemixt werden - entweder die eine oder aber die andere Variante praktizieren.

Das Wichtigste ist aber, dass es überhaupt eine erkennbare Bewegung im Bereich Hüfte gibt - das betrifft vor allem auch Bewegungen in der Kata, in denen die Stellung der Hüfte vor und nach der Bewegung gleich ist - so bei Techniken im Kiba Dachi oder bei einem Wechsel von Kiba Dachi in Kokutsu Dachi.

Es gibt viel zu tun. Versuchen wir es im Jahr 2023 noch stärker, aber mit weniger Oberkörpermuskel und mehr Unterkörperdynamik. OSU! #jkafamily  

Montag, 10. Oktober 2022

09-09 bis 10-09 (m)ein Karate-Monat im Jahr 2022

 

Wegen eines Sturmes über der Ostsee fuhr meine Fähre nach Schweden erst am 9.9. – und so begann ein (m)ein Karate-Monat mit 4 Lehrgängen – welch paradiesische Umstände nach den letzten chaotischen Jahren.

1. Trainingseinheit - 10 Stunden Anfahrt


JKA Halmstad Camp (Naka, Kobayashi, Hirayama Sensei)

Fast 300 Karateka aus 8 Ländern trafen sich an der schwedischen Ostseeküste zum Training mit 3 exzellenten JKA-Instructoren. Da ich in Japan und im Ausland oft bei Kobayashi Sensei trainieren durfte, habe ich die Gunst der Stunde nach über 3 Jahren Wiedersehen genutzt und Kobayashi Sensei das ganze Camp über assistiert. Er weiß, dass er mich hart heran nehmen kann und ich liebe diese Gangart – auch sehe ich mich und meinen Körper am nächsten bei Kobayashi Sensei in Sachen Ausführung der Techniken.

Gemeinsam mit der starken Truppe aus Norwegen

Der Sensei legte im Training wie schon so oft den Schwerpunkt auf die starke, kompromisslose und fokussierte Ausführung der einzelnen Techniken. Insbesondere dann, wenn man mehrere Techniken als Kombination nacheinander praktiziert oder eben auch in der Kata – dort insbesondere bei der Rhythmuswechseln. Uns fehlt hier die Lockerheit im Oberkörper und die Spritzigkeit im Unterbau – in der Kata sind die langsamen Bewegungen überhastet und die schnellen Bewegungen zu träge. Der Schwerpunkt des Körpers ist deutlich zu verlagern – vor allem dann, wenn es in der Kata Richtungs- und Tachi Waza-Wechsel gibt.

 

Danach war Berlin war 3 Wochen lang der JKA-Karate-Nabel Europas – abgesehen von einem JKA-Lehrgang in Poznan (Polen) mit Izumiya und Shimizu Sensei.

JKA Berlin Autumn Camp (Imura und Shiina Sensei)

Imura Sensei legte wie gewohnt einen Schwerpunkt seines Trainings auf offene Handtechniken. Wenn man ehrlich, trainiert man in der Regel Fausttechniken und die zahlreichen offenen Handtechniken fristen ein Nischendasein in den Kata. Ein Randori lediglich mit offenen Händen legt dann die Defizite vieler Teilnehmer frei, die nicht so recht wissen damit umzugehen – oft wird dann nur Shuto eingesetzt – obwohl die offene Hand weitaus mehr Arbeitsflächen anzubieten hat.


Bei Shiina Sensei spürte man sofort sein Faible für das Kumite – nicht umsonst leitet er im Honbu-Dojo dafür ein wöchentliches Spezialtraining. Es wurden final anspruchsvolle Partnerübungen mit 3-4 Personen praktiziert. Shiina Sensei legt Wert auf schnelle Techniken und Antizipation.

Insbesondere Schwarzgurte sollten im Training mitdenken und die Methodik des Trainings sowie die darin enthaltenen Schwerpunkte selbständig erkennen und vorausschauend umsetzen.

Hierzu gab es viel Kritik von Shiina Sensei.

Schon standartmäßig sind unsere Defizite in Sachen Geschwindigkeit. Zu viel Spannung und ungenügende und zügige Entspannung lähmen uns und führen zu statischen Abläufen, der Oberkörper ist zu kraftbetont und die Beine zu lahm.

 

Im wunderschönen JKA-Dojo in Basdorf

In der Woche nachdem dem Camp führten die japanischen Instructoren dann noch Trainings im Honbu Dojo (Leiden-Kan) in Berlin-Pankow sowie im Polizei-SV Basdorf durch – ich durfte Dankeswerter Weise daran teilnehmen.

 JKA Shokukai Aki Seminar (Igarashi Sensei)

Wie schnell man gleichwohl kraftvoll unterwegs sein kann, konnte man anschaulich 2 Wochen später an Igarashi Sensei beobachten. Der 31-jährige Junginstructor aus dem JKA-Honbu-Dojo – aktiver Wettkämpfer – bewegte sich wie ein Pfeil durch die Halle – eine Augenweide.

Sein Trainingsschwerpunkt lag in der Nutzung des hinteren Beines und Einsatzes der Hüfte. Der Übersetzer bei Lehrgang war sehr gut – aber allein die Bewegungsmuster für ein geübtes Auge waren aussagekräftig genug.

 


30 Jahre Bushido-Dojo Berlin Camp (Kiiskilä und Chees Sensei)

Zwischendurch gab es den Jubiläumslehrgang beim Bushido-Dojo in Berlin. Die beiden DJKB-Instructoren versuchten hier, ihre anerkannten Lehrinhalte zu vermitteln.

Kiiskilä Sensei lässt in Sachen Kraftübertragung und Dynamik nicht locker und lässt mit zahlreichen notwenigen Wiederholungen grundlegende Bewegungsmuster üben. Auch Jiyu Kumite fehlte nicht, dazu Kata Chinte.

Chees Sensei legte in der Kata Sochin großen Wert auf die korrekte Beinstellung sowie die tatsächliche Nutzung des Standbeines. Zu Recht bemängelte, dass wir zu oft die Kontrolle des Standbeines zu früh verlieren und die Techniken dadurch kraftlos werden.

Gedanken zu den Berlinern und den Berliner Lehrgängen

In vielen Teilen der Welt – auch in Europa – wäre es ein unvorstellbarer Luxus, wenn 3 JKA-Lehrgänge in der Heimatstadt in einem Monat stattfinden. Viele Länder haben nicht einmal 1 Lehrgang pro Jahr.

Umso verwundert es mich, wenn ich neben einem fleißigen 4. Kyu-Karateka wohl niemand anders neben mir sehen konnte, der alle 3 Lehrgänge besucht hat. Einige wenige Karateka haben wenigstens 2 Lehrgänge besucht.

Das ist schade – sollte man doch als Trainierender, wenn man die Zeit und natürlich auch das Geld übrig hat - diese Chancen nutzen, um bei guten Trainern mal mit anderen Karatetreibenden zusammen zu trainieren. Schließlich erspart man sich die sonst anfallenden Reise- und Übernachtungskosten, wenn Lehrgänge vor der „Haustür“ stattfinden

Ich erkenne an, dass diese 3 Lehrgänge von 3 JKA-Fraktionen in Deutschland ausgerichtet worden sind. Das sollte aber für die Lernwilligen kein Grund sein, nicht zu erscheinen. Schließlich gibt es doch nur die eine JKA-Family, oder nicht ….. OSS!

Wir sehen uns.

Tür im Basdorfer-JKA-Dojo - darum geht es doch