Herzlich Willkommen auf dem neuen gemeinsamen BLOG des Karatedôjô Fujinaga Leipzig e.V. und des Budoverein Fujinaga Berlin e.V.!
An dieser Stelle möchten wir dem interessierten Besucher mit Beiträgen, Berichten und Bildern einen Einblick in unser Training, unsere Aktivitäten und unsere Erlebnisse gewähren. Dabei soll immer auch unser Verständnis und unser Antrieb, mit dem wir in unseren Dôjôs Karate praktizieren, zum Ausdruck kommen.
Unsere Vereine widmen sich der Pflege und Ausübung des traditionellen Shotokan-Karate, wie es von der JKA (Japan Karate Association) unter der Leitung von Masatoshi Nakayama entwickelt wurde. Insbesondere wird das Erbe der Lehrtätigkeit von Yasuyuki Fujinaga Sensei in stillem Gedenken die Vereinsmitglieder auf ihrem Weg des Karate begleiten. Er vermittelte den Gründern beider Vereine unschätzbare Anregungen und Einsichten.

Weitere Informationen finden Sie auf unseren Homepages.

Samstag, 12. Oktober 2013

Tag 4 JKA Trip 2013

Heute gab es ein Paradoxum im Sohonbu Dojo – es musste ins Japanische übersetzt werden. Die erste Trainingseinheit wurde vom Gastinstruktor Jorgen Bura Sensei aus Dänemark geleitet – Okuma Sensei übersetzte in seiner unnachahmlichen Art.

Bura Sensei setzte seinen Schwerpunkt in der Entwicklung des Kime und demonstrierte, dass dazu Shiku-Ashi (ein fester Fuß) notwendig ist. U. a. und exemplarisch ließ er dazu die erste Bewegung aus Heian Yondan üben – nur wenn man solange wie möglich den rechten Fuß belastet, kann man in dieser Bewegung Kime entwickeln.

Die weiteren 2 Trainingseinheiten dienten maßgeblich zur Vorbereitung der Lizenz- und Danprüfungen am Nachmittag. Es fanden wie üblich Instruktor-, Schiedsrichter- und Prüferexamen (Theorie und Praxis) sowie Danprüfungen ab Yondan aufwärts statt. Vor allem für japanische Karateka aus dem ganzen Land besteht hier die Möglichkeit, Lizenzen zu bestehen und sich graduieren zu lassen. Im vorbereitenden Training konnte man mit etwas Glück seine Tokui-Kata noch einmal unter Anleitung eines Instruktors üben und recht individuelle Fragen stellen. Es gab 5 Gruppen mit jeweils 2 Kata (Hanzaki, Ogata, Kumeta, Inokoshi und Iimura Sensei)

Ab 18.00 Uhr steigt heute die Lehrgangsparty – die anders als in Deutschland allerdings nur 2 Stunden dauert. Als Stammbesucher des Gasshuku weiß man natürlich, wo die Nachparty stattfindet – also die 4. Trainingseinheit.



Bild 1: Auf dem Weg in s Sohonbu-Dojo - das Bunkyo-ku Rathaus mit kostenloser Aussichtsplattform - Postkartenwetter bei fast 30 Grad Celcius.
Bild 2: Streching einmal anders. So streckt eine japanische Frisörmeisterin ihr Mopped - na holla die Waldfee.
Bild 3: Mein Arbeitsplatz nach dem Training mit Kirin Special Limited Autumn Beer (6%), der JKA-Bentobox sowie Hand-und Mundschutz beim Auslüften.

Freitag, 11. Oktober 2013

Tag 3 JKA Trip 2013

Nachts gab es ordentlich Regen – leider wird es dadurch immer schwüler und man vergisst immer wieder, das Japan eine Insel ist und Tokyo am Meer liegt – nunmehr herrscht Postkartenwetter bei gefühlten über 30 Grad.

Im Morgentraining absolvierte Kumeta Sensei mit uns die Kata Hangetsu und Jitte. Der Schwerpunkt lag dabei zunächst bei, aus der Kata Hangestu, abgeleiteten Kihonsequenzen. Kumeta Sensei betonte, dass auch der Hangetsu Dachi natürlich sein soll. Die Stellung ist einen Fuß kürzer als Zenkutsu Dachi und der vordere Fuß wird nur im eine Große-Zeh-Breite nach innen gedreht – der Schwerpunkt liegt mittig.
Die Stellung soll trotz Hamni-Shomen-Bewegungen stabil bleiben – beim Herausdrehen der Hüfte nicht so sehr an „Drehen“ denken, sondern eher die hintere Leistengegend komprimieren und nach unten Druck auf das hintere Bein ausüben.

Alle Katatrainings werden in Punkto „Zählen“ problematisiert, und wie schon gestern stellte sich heraus, dass kaum einer der auserwählten oder freiwilligen Vorzähler so die Kata zählte, wie es sich der Instruktor wünschte.
Gleichsam wie die Kata sollte das Zählen einem Rhythmus folgen –als nicht nur schnelle und langsame Kommandos sondern leiser und lauter, kürzere und längere langsame Kommandos, an- und absteigende Töne – gleich einer Komposition. Das langsame Zählzeichen für das langsame 180 Grad Umsetzen in Hangestu mit tate uraken uchi etwa muss anders gezählt werden als das folgende langsame Heransetzen für den späteren Kizami Mae Geri.

Mittags unterrichtete Ogata Sensei Kihon Kumite. Äußerst detailreich nahm er alle Aspekte des Grundschulkampfes auseinander - Stellung, Kniehaltung, Hüftbewegung, Bewegungsrichtung – bis hin zur Anspannung einzelner Muskelpartien. Er fand dann den Übergang zum Jiyu Ippon Kumite und schlussendlich den Hinweis, dass Jiyu Kumite nur erfolgreich praktiziert werden kann, wenn man zuvor richtig und sicher auch im ausreichenden Umfang Kihon Kumite praktiziert hat und immer wieder praktiziert.

Der freie Tag beginnt heute schon ab 14.00 Uhr – dafür ist der Trainingstag morgen umso voller und länger.


Bild 1: Schon wegen der leckeren Bento-Boxen zwischen den Trainingseinheiten lohnt sich ein Gasshuku in Toyko
Bild 2: Die Junginstruktoren Shimizu und Chubachi prüfen, ob der Kenshusei eine richtige Kameraeinstellung verwendet.

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Tag 2 JKA Trip 2013

Schwerpunkt des Gasshuku ist Kihon Kumite und Kata – es geht um die Basics.
Man kann in jedem Training an sich selbst feststellen, wie viele Details immer noch nicht stimmen und ein Repetitorium kann nie schaden – Budo heißt auch, dass der Geist durch den Körper lernt und nicht andersherum wie viele schlaue Gaijin meinen zu wissen – da kommt man an vielen Wiederholungen nicht vorbei – dass ist eine, in heutiger Zeit, leider unterschätzte Tugend des JKA-Karate.

Hinzu kommt unser „Luxus“, gut ausgebildete Sempai und Sensei zu haben, die einem frühzeitig und andauernd die Möglichkeit gegeben haben, den richtigen Weg beschreiten zu können – dieses Glück haben viele andere Teilnehmer des Gasshuku nicht – für manche ist es vielleicht die einzige Möglichkeit im Jahr, richtiges Karate gelehrt und demonstriert zu bekommen.

Shuseki Shihan Ueki vermittelte anhand einfacher Grundschultechniken, an Heian Shodan und einem Randori, das es immer um dasselbe geht.
Natürliche Grundhaltungen, Schulter unten und Ellenbogen am Körper, entspanntes Kamae – ein roter Faden in den drei Säulen des JKA-Karate-Trainings.
Das mit der Entspannung haben dann einige Teilnehmer vergessen, als man im Randori gegen die Instruktoren antreten konnte. Nachdem die Profis zunächst zu Anschauungszwecken unter sich agierten, wurde die Fläche dann für alle freigegeben – die Instruktoren standen bereit. Die Junginstruktoren waren noch gnädig – ab Nemoto Sensei aufwärts ging es zur Sache – spätestens bei Shiina, Taniyama, Naka und Imura Sensei hörte der Spaß für Wildentschlossene auf.

Danach gab es für unsere Gruppe zwei Kata- Einheiten mit Imamura Sensei (JION) und Tanayama Sensei (ENPI).

Es ist erstaunlich wie ein fast geräuschloses Training wirkt – Imamura Sensei – mehr oder weniger Stimmlos hat das gesamte Training geführt und gezählt – kaum hörbar aufgrund seines gesundheitlichen Handicaps.
Ich kann mich an mein erste JKA-Kumite-Video erinnern – JKA All Championships 1988 – Finale Imamura Sensei gegen den schon erfahrenen Kagawa Sensei – ein wahnsinniger Fight  - Imamura no kachi – ein unscheinbarer Kämpfer im Gegensatz zum charismatischen Kagawa.
Schön wie Imamura Sensei mit seiner Art Jion vermittelte – aus dem Nichts entwickelte er fulminantes Kime und Dynamik im Kontext der Kata Jion.

Taniyama Sensei mit Unterstützung von Ueda Sensei ließ Sequenzen von Enpi immer wieder von Teilnehmern zählen und kaum jemanden gelang es – richtig zu zählen. Gerade bei Enpi ist der Rhythmus der Kata sehr wichtig gab uns Taniyama Sensei zu verstehen – ein falsches Zählen vermasselt jeden Ansatz von (richtigem) Rhythmus.




Bild 1: vlnr. die Sensei Kawawada, Imamura, Izumiya, Kobayashi und Oichi
Bild 2: Naka Sensei vor Dienstantritt
Bild 3: die Nordmann-Crew und Peter aus München
Bild 4: Foto-Session mit dem Chairman, Buda Sensei und dem Sempai von Ogata und Kumeta Sensei - Anlass: Der Sempai (sitzend 1 von Links) hat einen Orden von der japanischen Regierung erhalten.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Tag 1 JKA Trip 2013

Training bei Izumiya Sensei im Honbu Dojo Izumiya Sensei wie gewohnt mit anschaulichen und offensichtlichen Körperbewegungen, die eigentlich keiner Übersetzung bedürfen und auf den ersten Blick simplen Kombination – age uke + gyaku tsuki. Kihon im Stand – Schwerpunkt lag auf ganzheitlichen Einsatz von Hüfte, Rumpf und Gliedmaßen – deutlich und stark. Dann aus kamae mit yori ashi rückwärts und vorwärts – sodann den age uke mit einer 180 Grad Drehung um das Standbein + gyaku tsuki – natürlich schnell. Dann faktisch Kihon Ippon, normal, dann von hinten der tori in Oi Tsuki jodan mit Zählzeichen ohne zu Gucken vom uke und dann ohne Zählzeichen. Der Uke soll den Raum mit dem Gegner optisch und akustisch erfassen und reagiern. Dann der uke in die Mitte – einige Angreifer um ich herum (hier 6) und nach überraschender Ansage einen jodan Tsuki – immer aus verschiedenen Richtungen und Anwendung der vorherigen Variation durch den uke – sehr anspruchvoll und kräftezehrend für den uke. Zum Ende Heian Shodan – zusammengehörige Techniken wurden zusammen ausgeführt. Dann die Kata mit kiri.kaeshi Fußbewegungen und versuchen in der Kata auch ganzheitlich den Raum wahr zuzunehmen – wie beim Kumite und vor allem vor den Richtungsänderungen. Der Jetlag hatte kein Chance im Training - dafür jetzt – Gute Nacht.

JKA Trip 2013

Liebe Freunde des JKA-Karate, eigene Versprechungen zu halten ist am Schwierigsten - man steht Niemanden gegenüber in der Bringschuld. In einer Sache bleibe ich allerdings Eisern - die 2 Trainingswochen im Oktober in Tokyo - Herbst-Gasshuku und ein Trainingswoche in verschiedenen Dojo´s der JKA-Karate-Metropole. Soweit es meine Zeit zulässt werde ich Euch in den nächsten Tagen kleine Beríchte liefern, um Euch weiter aktiv zum Karate-Do zu ermuntern und jeden zu ermutigen, auch mal in Japan zu trainieren - Zeit, Geld und Mühe zum Trotze. Blick aus dem Hotelzimmer in Bunkyo-ku - der Taifun Filow macht sich in Tokyo bemerkbar - aber so sind die gefühlten 30 Grad erträglich.