Herzlich Willkommen auf dem neuen gemeinsamen BLOG des Karatedôjô Fujinaga Leipzig e.V. und des Budoverein Fujinaga Berlin e.V.!
An dieser Stelle möchten wir dem interessierten Besucher mit Beiträgen, Berichten und Bildern einen Einblick in unser Training, unsere Aktivitäten und unsere Erlebnisse gewähren. Dabei soll immer auch unser Verständnis und unser Antrieb, mit dem wir in unseren Dôjôs Karate praktizieren, zum Ausdruck kommen.
Unsere Vereine widmen sich der Pflege und Ausübung des traditionellen Shotokan-Karate, wie es von der JKA (Japan Karate Association) unter der Leitung von Masatoshi Nakayama entwickelt wurde. Insbesondere wird das Erbe der Lehrtätigkeit von Yasuyuki Fujinaga Sensei in stillem Gedenken die Vereinsmitglieder auf ihrem Weg des Karate begleiten. Er vermittelte den Gründern beider Vereine unschätzbare Anregungen und Einsichten.

Weitere Informationen finden Sie auf unseren Homepages.

Dienstag, 10. November 2009

Nachschlag mit Folgen

Die einen nennen es "ausgleichende Gerechtigkeit", die anderen "zu harter Kontakt": Der Kämpfer rechts kann seinen ersten Angriff nicht erfolgreich beenden und scheint sogar noch nach dem Abpfiff durch den Kampfrichter seinen Gegner anzugreifen (0:30 min). Der Kampf geht weiter und während ich diese Szene nochmal überdenke und mich frage, ob das nicht regelwidrig war, krachte es dann ein zweites mal (1:04 min)... jetzt allerdings auf der anderen Seite.



Das Video stammt von den diesjährigen 9. JKA Masters (Kategorie Männlich 40-44 Jahre, Finalkampf). Hoffen wir mal, dass sich der Kämpfer am Boden schnell wieder erholt hat und keine bleibenden Schäden behält... an dem zuki des "Niederstreckers" gibt es auf jeden Fall nicht zu meckern ;-)

Oss

Montag, 9. November 2009

uechi ryû vom feinsten

Zuerst mal eine freudige Nachricht: Wahrscheinlich dauern die Bauarbeiten in der Montagshalle nur noch ein zwei Wochen an, sodass wir bald wieder am Montag zusammen trainieren können!

Bis dahin heisst es aber geduldig sein und zu Hause fleißig weiter üben!

Heute habe ich mal ein Video über uechi ryû Karate hochgeladen. Viel ist dazu wohl nicht zu sagen, außer vielleicht, dass das echt harte Jungs bzw. außerordentlich rüstige Herrn sind. Respekt! Hoffen wir mal, dass wir in diesem Alter auch noch genauso kraftvoll zuschlagen können, wie es uns Tôyama Sensei, Shinjô Sensei und die anderen Meister vormachen.



Oss

Donnerstag, 5. November 2009

Budô, Bujutsu und taisabaki

Das Training gestern Abend war aus meiner Sicht sehr anspruchsvoll: Nach vielen vielen zuki aus shizentai und kiba dachi folgten genau so viele gyaku zuki aus zenkutsu dachi im Stand und danach noch mehr oi zuki und sanbon zuki, ebenfalls in zenkutsu dachi... ein Trainingsbeginn, den man für unser Dôjô geradezu als typisch bezeichnen könnte. Alle hatten dabei die Gelegenheit zu überprüfen, ob sie die von Jens am letzten Freitag vermittelten Prinzipien des "ganzheitlichen ", schnellen Vorgehens ect. schon verinnerlicht hatten bzw. umsetzen können.

Als nächstes übten wir - zunächst noch ohne Partner - Stoß- und Blocktechniken mit dem vorderen Arm in Verbindung mit taisabaki und anschließendem gyaku zuki. Dabei machte Jens unter anderem deutlich, dass es dabei nicht darum geht "nur irgendwie zur Seite zu gehen", sondern vielmehr, wie sich der Winkel und die Entfernung zum Gegner beim Ausweichen, als auch der richtige Einsatz von Innen- und Außenspannung der Beine auf den Erfolg der gesamten Aktion auswirken.

Bei seiner Erklärung zum Unterschied von Budô und Bujutsu leuchteten dann vor allem die Augen der Fortgeschrittenen. Ich erinnere hier nur an den Vergleich zwischen dem wild gewordenen Halbwüchsigen und dem langbärtigen Hells Angel... in beiden Fällen richtet sich die Wahl der Gegenmaßnahmen nach der Gefahr, die durch den Angreifer ausgeht. Während man im Sinne des Budô wahrscheinlich eher dazu neigen würden, eine Auseinandersetzung mit den geringsten Mitteln aber dennoch konsequent zu beenden, spielt im Bujutsu die Verhältnissmäßigkeit von Angriff und Konter sicher eine untergeordnete Rolle.

Nach verschiedenen Übungen im kihon ippon kumite und jiyû ippon kumite-Stil, bei denen wir nun die taisabaki-Bewegungen mit Partner trainieren konnten, übten wir zusammen die Kata Heian Sandan, Jion und Jitte, wobei uns Jens viele wichtige Hinweise zur Ausführung wie auch zu den Paralellen zwischen diesen drei Kata gab.

Roald hat mir gestern Abend noch einen Link zu einem interessanten Video auf Youtube geschickt, den ich euch auf gar keinen Fall vorenthalten will. Darin geht es um Ôshima Tsutomu Sensei, welcher noch unter Funakoshi Sensei gelernt hat. In dem Teil unten seht ihr einen Auschnitt von einer Rede, die Ôshima Sensei in seiner ehemaligen Universität (Waseda Universität) hielt. Da glücklicherweise jemand englische Untertitel hinzugefügt hat, könnt ihr auch verstehen was er erzählt. Interessant finde ich eine Aussage, die er ab 4:34 min. trifft: "...All we have to do is one thing! That is 'be strict to yourself'...". Aber schaut euch das Video mal selbst an:



Die anderen Teile findet Ihr (ebenfalls mit Untertitel) in den Playlist hier.

Oss

Montag, 2. November 2009

Da heute wieder kein Training ist...

... habe ich mir gedacht, ich stelle mal wieder zwei fetzige Videos auf den Blog, um euch allen Lust auf das Training am Mittwoch zu machen ;-)


JKA Promotion Video


Enbu von Imura Sensei und Naka Sensei

Oss!

Samstag, 31. Oktober 2009

Ein großer Schritt nach vorne

So oder so ähnlich könnte man das Thema der gestrigen Trainingseinheit überschreiben. Jens hat sich mit uns einem sehr wichtigen Aspekt unserer Stilrichtung gewidmet: ô ashi, dem großen Schritt (nach vorne), bevorzugt im zenkutsu dachi. Die richtige Synchronisation von Arm- und Beinbewegungen bei oi zuki, der schnelle Start - ohne den Gegner durch Ausholbewegung usw. zu warnen - und eine starke und feste Endposition waren einige der Ziele, denen wir uns gestern zu nähern versuchten.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an das, was Jens versucht hat uns an der Dôjôwand zu skizzieren. Ich will das hier mal nochmal kurz nachvollziehen und hoffe, dass ich damit halbwegs richtig liege und nichts falsches schreibe.


C ist die gesamte Strecke, die das hintere Bein in zenkutsu dachi zurückzulegen hat (also einen ganzen Schritt). A steht für die Strecke und die Zeit, die der hintere Fuß bis neben den vorderen Fuß und der Schlagarm von der Hüfte aus für einen ganzen zuki benötigt. Das Timing für diese Übung schien ja für die meisten von uns kein Problem zu sein. Wichtig ist dabei, sowohl den hinteren Fuß im gleichen Moment schnell zum Vorderen heran zu ziehen, wenn man den zuki abschießt als auch, das beide Bewegungen gleichzeitig enden. Soweit so gut, aber das ist nur die halbe Bewegung und noch kein ganzer Schritt.


Führt man aus dieser Position nun normal oi zuki aus, dann ist der Weg des Schlagarmes und des Beines nach vorne (B) nahezu gleich. Den meisten von fällt es auch hierbei leichter, beide Bewegungen gleichzeitig zu beginnen und zu stoppen. Geht man aber vom Kampf aus, würde uns wahrscheinlich kein Gegner der Welt auf so eine kurze Distanz ungeschoren heran kommen lassen.

Unser Ziel muss es also sein, auch aus einer größeren Distanz (eben die für ô ashi) Arm- und Beinbewegung gleichzeitig zu starten und auch möglichst ohne Verzögerung gleichzeitig enden zu lassen. Schwierig ist es, die Trägheit des Körpers am Anfang zu überwinden. Während der Arm wesentlich schneller beschleunigt und von der Hüfte "abgeschossen" werden kann, fällt der schnelle Start mit den Beinen vielen schwer.


Obwohl mich dieses Thema momentan auch bei meinem eigenen Training sehr beschäftigt und ich noch viel mehr dazu schreiben könnte, will ich es hierbei belassen. Ein Fazit könnte vielleicht so aussehen: Wir sollten versuchen, A (siehe Skizze) immer weiter zu minimieren um eine fließende Bewegung ohne eine Verzögerung der Bewegungen von Ober- und Unterkörper zu erreichen, auch wenn die Umsetzung dieser Theorie alles andere als einfach (wenn nicht gar unmöglich!?) ist. Wichtig sind außerdem die richtige Ausgangsstellung (kamae, Position der Füße, Knie und Hüfte, Gewichtsverlagerung usw.) und die ebenfalls von Jens mehrfach betonte Art, den Schritt auszuführen ("abstoßen vs. heranziehen").

Hat irgendjemand meine Erklärungen eigentlich verstanden? Wenn nicht, dann fragt bitte Jens, wenn ihr dazu noch etwas wissen wollt! ( Oss Sensei! ;-) )

Ach ja, da war ja noch etwas:


Nach dem Training haben wir uns im Beyerhaus eingefunden, um gemeinsam in Teresas Geburtstag hinein zu feiern. Punkt Mitternacht haben wir ihr dann ein Ständchen gesungen und ihr gratuliert. Nochmal alles Gute... oder wie man bei uns in der Karate-Welt zu sagen pflegt... Ooosss! =)


押忍