Herzlich Willkommen auf dem neuen gemeinsamen BLOG des Karatedôjô Fujinaga Leipzig e.V. und des Budoverein Fujinaga Berlin e.V.!
An dieser Stelle möchten wir dem interessierten Besucher mit Beiträgen, Berichten und Bildern einen Einblick in unser Training, unsere Aktivitäten und unsere Erlebnisse gewähren. Dabei soll immer auch unser Verständnis und unser Antrieb, mit dem wir in unseren Dôjôs Karate praktizieren, zum Ausdruck kommen.
Unsere Vereine widmen sich der Pflege und Ausübung des traditionellen Shotokan-Karate, wie es von der JKA (Japan Karate Association) unter der Leitung von Masatoshi Nakayama entwickelt wurde. Insbesondere wird das Erbe der Lehrtätigkeit von Yasuyuki Fujinaga Sensei in stillem Gedenken die Vereinsmitglieder auf ihrem Weg des Karate begleiten. Er vermittelte den Gründern beider Vereine unschätzbare Anregungen und Einsichten.

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Sonntag, 10. November 2019

Nihon 2019 Tag 2

Das Jetlag hat mich noch in seinen Fängen. Kurz vor 4 Uhr war die Nacht vorbei, und ich habe spontan umgeplant. Um 5 Uhr bin ich los, habe mir um 5.30 Uhr in der Shinjuku Station die ganzen trägen Partyverrückten angetan und dann um 6.30 Uhr in Kichijoji die ersten Hobbygärtner im Morgenrot Unkraut zupfen sehen. Das nenne ich mal Ambivalenz einer Weltstadt.
Um kurz vor 7 Uhr hatte ich Zenpukuji durchkreuzt und stand am Sonntagmorgen bei blauem Himmel am Gartenzaun von Familie Tanaka. Justament trat der Hausherr in den Garten und entfachte ein kleines wärmendes Feuerchen und bereitete wie jeden Morgen Kaffee und Tee für seine Frau und sich vor. Die Überraschung war beiderseits gleichermaßen groß.
Ich hatte Spezialitäten aus Kopenhagen dabei, der zwischenzeitlichen Wahlheimat vom Sensei (Produktwerbung an: Danish Navy Rum von A. H. Riise + ein Lakritzsortiment by Bülow. Produktwerbung aus!). Es gab lecker jap. Frühstück und 3 Stunden Unterhaltung und nebenbei im Fernsehen eine jap. Presserunde über den Mauerfall vor 30 Jahren. Zum Abschluss zottelte der Sensei mich in einen gigantischen Anglermarkt - zum Glück ist das Gewicht des Fluggepäcks limitiert, sonst wäre ich in einen Kaufrausch verfallen - dann noch ein Kurzbesuch beim jüngsten Enkelkind der Familie Tanaka.
Am Nachmittag dann zu Fuß von Shinagawa nach Azabu-Juban.
Sengakuji Tempel direkt an meinem Hotel - hier gibt es die berühmten 47 Samurai
Typische Bebauung unterwegs - jedes Gebäude unterschiedlich hoch, aber gleichermaßen schlank
Dort das kultige Viertel durchstreift und die wie jedes Jahr die Familiengruft Fujinaga besucht.
Dann mit ca. 7 Kaffeevarianten meine ersten Jetlag-aussetzer bekämpft um dann dort Tomoyuki-san zu treffen. Ich hatte ein Deja-Vu - ich erkannte ihn sofort aus der Ferne, obwohl ich den Neffen von Fujinaga Sensei noch nie gesehen hatte. Welch eine Ähnlichkeit im Habitus. Ich sagte ihm, dass er zwar Suzuki heißt, aber durch und durch ein Fujinaga sei. Wir führen gemeinsam zum Elternhaus meines ersten jap. Karatelehrers und dort traf ich nach 25 Jahren erstmals wieder Emiko Fujinaga, die zufällig gerade zum Familienbesuch hier ist. 1994 war sie 17 Jahre alt. Es wurde ein schöner Abend mit der Schwester vom Sensei und ihrem Mann sowie Tomoyuki und Emiko.
Mit Tomoyuki Suzuki und Emiko Fujinaga
Es gab lecker Essen und viele Anekdoten.
Wieder wurde mir bewusst, wie früh Fujinaga Sensei uns verlassen hat. Seine Eltern sind beide über 100 Jahre alt geworden und seine beiden Geschwister nun schon 80 und älter sind noch top fit. Welch eine Tragik.
Fujinaga Sensei und seine Eltern
Ansonsten war der Nahverkehrs-, Straßenverkehrs- und Sicherheitspegel am Limit hier - ich hatte ganz vergessen, dass heute die öffentliche Rundfahrtzeremonie des neuen Kaiserpaares in Tokyo stattfand.
Die neue japanische Kaiserin
... und ab morgen dann mit Karate.

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